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Bauzeitenplan erstellen: Vorgänge, Abhängigkeiten, kritischer Pfad

Ein Bauzeitenplan zeigt, in welcher Reihenfolge Gewerke arbeiten, wie lange sie brauchen und was verschieben, wenn eines länger dauert als geplant. In der HOAI ist der Terminplan Teil der Leistungsphasen 3 und 8. In der Praxis entscheidet er darüber, ob eine Baustelle strukturiert läuft oder in Nachträgen versinkt.

Grundgerüst: vom Ziel zum Vorgang

Beginne mit dem Endtermin. Vom Endtermin aus arbeitest du dich rückwärts: Was muss zwei Wochen davor fertig sein, damit die Endabnahme klappt? Vier Wochen? Acht? So entstehen Meilensteine. Zwischen den Meilensteinen sitzen die eigentlichen Vorgänge: einzelne Gewerke oder Sammelvorgänge wie "Rohbau" oder "Innenausbau". Für jeden Vorgang trägst du drei Dinge ein: Dauer, Vorgänger und Gewerk. Die Dauer schätzt du in Arbeitstagen, nicht in Kalendertagen — sonst kollidiert der Plan mit Wochenenden. Für die Erstschätzung reicht die Größenordnung ± 30 %; das feinjustierst du, wenn die Angebote der Gewerke vorliegen.

Die vier Abhängigkeitstypen (EA, AA, EE, AE)

Vorgänge hängen selten nur linear aneinander. Vier Typen decken 95 % aller Fälle ab: Ende-Anfang (EA) ist der Standard: A muss fertig sein, damit B beginnt (Bodenplatte → Mauerwerk). Anfang-Anfang (AA): A und B starten zusammen, laufen dann eigenständig (Rohbau → parallel Elektro-Rohinstallation). Ende-Ende (EE): A und B enden zusammen (Malerarbeiten und Bodenverlegung dürfen für die Endabnahme nicht am selben Tag noch offen sein — sie enden am selben Termin). Anfang-Ende (AE): A muss beginnen, damit B enden darf. Seltener, aber wichtig bei Übergaben (das neue System läuft, das alte darf abgeschaltet werden). Wenn du keinen Abhängigkeitstyp einträgst, nimmt jedes Werkzeug EA an. Das ist meistens richtig, aber nicht immer.

Puffer und kritischer Pfad

Der kritische Pfad ist die längste durchgehende Kette abhängiger Vorgänge. Verschiebt sich einer dieser Vorgänge, verschiebt sich das Bauende. Alle anderen Vorgänge haben Puffer — sie können sich verspäten, ohne das Endziel zu gefährden. Der kritische Pfad ist die einzige Kette, die du täglich überwachen musst. In Excel siehst du ihn nicht automatisch. Software wie MS Project oder easyArchitekt markiert ihn farbig, und er verändert sich mit jedem Verzug — was gestern kritisch war, kann heute Puffer haben und umgekehrt.

Was passiert bei Verzug

Der ehrliche Test einer Excel-Vorlage ist der erste Verzug. Fällt der Dachdecker eine Woche aus, muss theoretisch alles, was auf dem Dachdecker aufsetzt, um eine Woche nach hinten. Praktisch verlangt Excel, dass du jede betroffene Zeile per Hand nachziehst. Bei 40 Vorgängen mit Verzweigungen ist das eine Stunde Arbeit — und du machst Fehler. Bei Software wie easyArchitekt reicht ein Klick: Startdatum des betroffenen Vorgangs anpassen, alle Nachfolger rücken automatisch nach, der kritische Pfad aktualisiert sich, das neue Fertigstellungsdatum steht sofort. Das ist der eigentliche Grund, warum Bauzeitenpläne nicht in Excel gehören.

Der Plan als Kommunikationswerkzeug

Ein Bauzeitenplan, den nur der Bauleiter kennt, hat keinen Effekt. Er muss regelmäßig in die Baubesprechung — und die Gewerke müssen sehen, wann sie dran sind. Praktisch: PDF-Export nach jeder Aktualisierung, per E-Mail an die Firmen. Bei größeren Projekten Wochen-Status: was hat sich seit letzter Woche verschoben, warum, welche Auswirkung? Der Plan ist auch der Beleg im Streit um Nachträge und Behinderungsanzeigen. Wenn eine Firma später behauptet, sie hätte fünf Wochen warten müssen, brauchst du den Plan mit Zeitstempel — und der Nachweis, wann die Firma informiert wurde, dass sie starten kann.

Bauzeitenplan, der sich selbst neu rechnet

easyArchitekt bringt Gantt, Abhängigkeiten und kritischen Pfad in den Browser — und plant automatisch neu, sobald sich etwas verschiebt. MS-Project-XML-Import inklusive.

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