Häufige Fragen
Antworten zu easyArchitekt und zu den wichtigsten rechtlichen Fragen rund um Bauüberwachung, Abnahme und Gewährleistung.
Über easyArchitekt
Was ist easyArchitekt?
easyArchitekt ist eine Software für die Bauüberwachung und Baudokumentation, die speziell auf Architektur- und Planungsbüros zugeschnitten ist. Sie bündelt Bautagebuch, Mängelmanagement, Begehungsprotokolle und Berichte an einem Ort.
Für wen ist easyArchitekt gedacht?
Für Architektur- und Planungsbüros sowie bauleitende Architekten, die in der Objektüberwachung Mängel erfassen, Begehungen durchführen und den Bauablauf beweissicher dokumentieren müssen – nicht für die Lohn- oder Angebotsverwaltung ausführender Betriebe.
Was kostet easyArchitekt?
Es gibt drei Tarife: Starter für 29 €/Nutzer pro Monat (bis 3 Nutzer), Pro für 59 €/Nutzer pro Monat (bis 25 Nutzer, inkl. KI-Spracheingabe, Begehung, Plan-Verortung und 360°-Aufnahmen) sowie Enterprise mit individuellem Funktionsumfang (SSO, Audit, White-Label). Die Preise sind transparent online einsehbar.
Gibt es eine kostenlose Testphase?
Ja, easyArchitekt lässt sich 14 Tage kostenlos und ohne Risiko testen. Für den Start ist keine Kreditkarte nötig, und der Vertrag ist monatlich kündbar.
Wo werden meine Daten gespeichert?
Ausschließlich in Deutschland. Die Verarbeitung erfolgt 100 % DSGVO-konform.
Was kann die KI-Spracheingabe?
Statt Mängel und Notizen auf der Baustelle abzutippen, sprichst du sie ein. Die KI strukturiert die Eingabe automatisch zu einem nachvollziehbaren Bericht.
Brauche ich BIM-Kenntnisse?
Nein. easyArchitekt ist für die alltägliche Bauüberwachung gebaut und ohne BIM-Setup nutzbar. Mängel werden als Pins direkt auf dem Grundriss verortet.
Worin unterscheidet sich easyArchitekt von Bautagebuch-Apps für das Handwerk?
Handwerker-Apps fokussieren Fotodokumentation, Zeiterfassung oder Rechnungsstellung. easyArchitekt fokussiert die Überwachungs- und Dokumentationsrolle von Planungsbüros: Mängel-Pins auf dem Grundriss, Begehungsprotokolle mit Unterschrift, 360°-Aufnahmen und KI-gestützte Berichte.
Auf welchen Geräten läuft easyArchitekt?
easyArchitekt läuft als Web-App direkt im Browser – auf Desktop, Tablet und Smartphone, ohne Installation. So führst du Begehungen am Tablet auf der Baustelle durch und finalisierst Berichte später am Rechner.
Können mehrere Personen gleichzeitig an einem Projekt arbeiten?
Ja. easyArchitekt ist auf Teamarbeit ausgelegt; die Tarife sind nach Nutzern gestaffelt (Starter bis 3, Pro bis 25, Enterprise individuell). Mängel, Begehungen und Berichte stehen allen Projektbeteiligten zentral zur Verfügung.
Wie werden Mängel auf dem Plan verortet?
Mängel werden als Pins direkt auf dem hochgeladenen Grundriss gesetzt. So ist sofort sichtbar, wo ein Mangel liegt – ganz ohne BIM-Modell.
Lassen sich Begehungs- und Mängelberichte als PDF erzeugen?
Ja. Aus den erfassten Daten lassen sich strukturierte Begehungs- und Mängelberichte als PDF erzeugen und an Bauherren, Firmen oder andere Beteiligte weitergeben.
Wie schnell bin ich startklar?
Sofort nach der Registrierung. Du kannst easyArchitekt 14 Tage kostenlos testen – ohne Kreditkarte – und direkt dein erstes Projekt anlegen.
Baurecht & Praxis
Wann beginnt die Gewährleistung am Bau?
Mit der Abnahme. Sie ist der Stichtag, ab dem die Verjährungsfrist für Mängelansprüche läuft – unabhängig davon, ob der Mangel offen oder verdeckt ist. Mehr im Ratgeber →
Wie lange läuft die Gewährleistung für Bauwerke?
Nach BGB fünf Jahre (§ 634a Abs. 1 Nr. 2), nach VOB/B vier Jahre (§ 13 Abs. 4). Planungs- und Überwachungsleistungen am Bauwerk unterliegen ebenfalls der fünfjährigen Frist. Mehr im Ratgeber →
Was ist der Unterschied zwischen BGB- und VOB-Vertrag?
Der BGB-Vertrag ist der gesetzliche Regelfall. Die VOB/B gilt nur, wenn sie ausdrücklich vereinbart ist; sie hat den Rang Allgemeiner Geschäftsbedingungen und enthält u. a. abweichende Fristen (4 statt 5 Jahre) und eigene Regeln zur fiktiven Abnahme. Mehr im Ratgeber →
Was passiert rechtlich bei der Abnahme?
Vier Dinge: Der Werklohn wird fällig (§ 641 BGB), die Beweislast kehrt sich um, die Verjährung der Mängelansprüche beginnt und die Gefahr geht auf den Besteller über (§ 644 BGB). Mehr im Ratgeber →
Was ist eine konkludente Abnahme?
Eine Abnahme durch schlüssiges Verhalten – etwa durch vorbehaltlose Zahlung der Schlussrechnung oder rügelose Ingebrauchnahme des Bauwerks. Sie tritt oft unbeabsichtigt ein und ist deshalb riskant. Mehr im Ratgeber →
Was ist eine fiktive Abnahme?
Eine Abnahme kraft Gesetz: Nach § 640 Abs. 2 BGB gilt das Werk als abgenommen, wenn der Besteller eine gesetzte Frist verstreichen lässt, ohne einen Mangel zu benennen. Gegenüber Verbrauchern nur mit vorherigem Hinweis in Textform. Mehr im Ratgeber →
Was bedeutet Beweislastumkehr?
Vor der Abnahme muss der Auftragnehmer beweisen, dass seine Leistung mangelfrei ist; nach der Abnahme muss der Auftraggeber beweisen, dass ein Mangel schon bei Abnahme vorlag. Deshalb ist sorgfältige Dokumentation rund um die Abnahme so wichtig. Mehr im Ratgeber →
Muss ich ein Bautagebuch führen?
Eine allgemeine gesetzliche Pflicht für jedermann gibt es nicht. Die Dokumentation des Bauablaufs ist aber Grundleistung der HOAI-Leistungsphase 8 – wer die Objektüberwachung schuldet, schuldet damit auch das Bautagebuch. Bei öffentlichen Aufträgen wird es oft zusätzlich gefordert. Mehr im Ratgeber →
Wie dokumentiere ich Baumängel gerichtsfest?
Foto mit Zeitstempel (möglichst GPS), Beschreibung von Ist- und Soll-Zustand, Verortung auf dem Plan, Zuordnung zum Gewerk und Fristsetzung – lückenlos, zeitnah und unveränderbar. Digital ist dem Papier gleichwertig, wenn die Doku vollständig und nachvollziehbar ist. Mehr im Ratgeber →
Was ist ein selbständiges Beweisverfahren?
Ein gerichtliches Verfahren nach §§ 485 ff. ZPO, das per Sachverständigengutachten Beweise sichert, bevor sie verloren gehen – etwa wenn ein Mangel beim Weiterbau verdeckt wird. Es hemmt die Verjährung und wirkt häufig streitschlichtend. Mehr im Ratgeber →
Was ist die Objektüberwachung (LPH 8)?
Die achte Leistungsphase der HOAI: Überwachung der Bauausführung, Koordination der Gewerke, Termin- und Kostenkontrolle, Dokumentation, Abnahme und Mängelfeststellung. Sie macht bei Gebäuden rund 32 % des Gesamthonorars aus. Mehr im Ratgeber →
Muss ich einen bekannten Mangel bei der Abnahme vorbehalten?
Ja. Behält sich der Auftraggeber einen bekannten Mangel bei der Abnahme nicht ausdrücklich vor, verliert er insoweit Mängelrechte wie Nacherfüllung, Minderung und Rücktritt (§ 640 Abs. 3 BGB). Gleiches gilt für eine Vertragsstrafe (§ 341 Abs. 3 BGB). Mehr im Ratgeber →
Was ist der Unterschied zwischen Bauleitung und Objektüberwachung?
Der Bauleiter ist eine öffentlich-rechtliche Funktion nach den Landesbauordnungen (vgl. § 56 Musterbauordnung) und wacht über die Einhaltung öffentlich-rechtlicher Anforderungen. Die Objektüberwachung ist die privatrechtliche Leistungsphase 8 der HOAI. Beide können, müssen aber nicht in einer Hand liegen. Mehr im Ratgeber →
Was ist ein Nachtrag und wann muss ich ihn ankündigen?
Ein Nachtrag ist die zusätzliche Vergütung für eine geänderte (§ 2 Abs. 5 VOB/B) oder zusätzliche Leistung (§ 2 Abs. 6 VOB/B). Bei einer zusätzlichen Leistung muss der Auftragnehmer den Vergütungsanspruch vor Ausführung ankündigen, sonst kann er ihn verlieren. Im BGB-Vertrag gelten die §§ 650b, 650c.
Was bedeutet das Anordnungsrecht des Bauherrn?
Der Besteller kann Änderungen des Werks verlangen. Einigen sich die Parteien nicht binnen 30 Tagen über Änderung und Mehrvergütung, kann der Besteller die Änderung in Textform anordnen (§ 650b BGB); die VOB/B regelt das Anordnungsrecht in § 1 Abs. 3 und 4.
Wann ist eine Abschlagsrechnung fällig?
Nach § 632a BGB kann der Unternehmer Abschlagszahlungen für nachgewiesene Leistungen verlangen; im VOB-Vertrag sind sie 21 Tage nach Zugang der prüfbaren Aufstellung fällig (§ 16 Abs. 1 VOB/B). Eine Abschlagszahlung ist keine Teilabnahme.
Was ist eine Bedenkenanmeldung und warum ist sie so wichtig?
Mit der Bedenkenanmeldung weist der Auftragnehmer auf Bedenken gegen Planung, Vorleistungen oder beigestellte Stoffe hin (§ 4 Abs. 3 VOB/B). Erfüllt er diese Prüf- und Hinweispflicht korrekt, wird er von der Mängelhaftung frei (§ 13 Abs. 3 VOB/B) – andernfalls haftet er mit. Mehr im Ratgeber →
Was sind Sowieso-Kosten?
Sowieso-Kosten sind Kosten, um die das Bauwerk bei von Anfang an ordnungsgemäßer Ausführung ohnehin teurer geworden wäre. Diese Mehrkosten trägt der Auftraggeber, nicht der Auftragnehmer – auch im Mängelfall.
Wann verjähren Ansprüche bei arglistig verschwiegenen Mängeln?
Bei Arglist gilt nicht die kurze werkvertragliche Frist, sondern die regelmäßige Verjährung von drei Jahren ab Kenntnis, begrenzt durch die Höchstfristen (§ 634a Abs. 3 i. V. m. §§ 195, 199 BGB). Mehr im Ratgeber →
Darf der Bauherr wegen Mängeln einen Teil der Zahlung einbehalten?
Ja. Wegen eines Mangels darf der Besteller einen angemessenen Teil der Vergütung einbehalten – in der Regel das Doppelte der voraussichtlichen Mängelbeseitigungskosten (Druckzuschlag, § 641 Abs. 3 BGB). Mehr im Ratgeber →
Was ist die Bauhandwerkersicherung nach § 650f BGB?
Der Unternehmer kann jederzeit eine Sicherheit für seine noch offene Vergütung verlangen (§ 650f BGB, früher § 648a). Leistet der Besteller sie trotz angemessener Frist nicht, darf der Unternehmer die Arbeit einstellen oder den Vertrag kündigen.
Was kostet die Objektüberwachung nach HOAI?
Bei Gebäuden entfallen auf die Objektüberwachung (Leistungsphase 8) rund 32 Prozent des Gesamthonorars. Die konkreten Sätze sind seit 2021 nicht mehr verbindlich, sondern nur noch Orientierung; das Honorar wird frei vereinbart. Mehr im Ratgeber →
Wann wird das Architektenhonorar fällig?
Das Honorar wird erst fällig, wenn die Leistung abgenommen ist (§ 641 BGB) und eine prüffähige Schlussrechnung vorliegt (§ 650g Abs. 4 BGB). Ohne Abnahme ist das Honorar nicht fällig.
Was ist der Unterschied zwischen Bautagebuch und Bautagesbericht?
Das Bautagebuch führt der Objektüberwacher als neutrale, chronologische Gesamtdokumentation des Bauablaufs. Der Bautagesbericht stammt von der ausführenden Firma und dokumentiert deren eigene Leistungen. Mehr im Ratgeber →
Gilt die VOB/B automatisch?
Nein. Die VOB/B ist kein Gesetz, sondern hat den Rang Allgemeiner Geschäftsbedingungen und gilt nur, wenn sie ausdrücklich vereinbart wird. Andernfalls gilt das Werkvertragsrecht des BGB.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Ueberblick nach bestem Wissen und Stand 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung koennen sich aendern; massgeblich ist stets der jeweils geltende Gesetzestext sowie der konkrete Vertrag. Bei rechtlichen Fragen wende dich an eine Fachanwaeltin oder einen Fachanwalt fuer Bau- und Architektenrecht.